Beliebtes Gebäck in Chile
Nestlé benennt Keks um – viele empfinden den Namen aber nicht als rassistisch

Produkte der Firma Nestlé. Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller verkauft seine Produkte in der ganzen Welt

© Gaetan Bally / Picture Alliance

von Annette Berger
22.07.2021, 17:30 Uhr

Die Zahl der Produkte, die im Zuge der Rassismus-Diskussion umbenannt werden, steigt. Jüngstes Beispiel ist Nestlé. Die Schweizer taufen einen Keks um, was womöglich nicht überall gut ankommen wird.

Die internationale Rassismus-Debatte wird inzwischen intensiv in der Lebensmittelbranche geführt. Das zeigen etliche Entscheidungen, Produkte wie Eis, Reis oder Frühstückszutaten umzubenennen. Die „Black-Lives-Matter“-Bewegung, die nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd weltweit massiven Zulauf bekam, wirkt bis ins Marketing großer Konzerne.

Eine wichtige Frage dabei ist auch immer: Wie tief ist der Alltagsrassismus verwurzelt? Oft fällt er vielen Menschen kaum auf. Was ihnen als normaler Sprachgebrauch erscheint, kann in einem diskriminierenden Weltbild wurzeln und rassistische Stereotype bedienen. Kein Wunder, dass manche Produktnamen, teils viele Jahrzehnte alt, in jüngerer Zeit hitzig in den sozialen Medien diskutiert wurden. Das Ergebnis war nicht selten: ein neuer Name.

Nestlé findet alten Namen für Keksmarke in Chile nicht mehr angemessen

Eine Entscheidung des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé, eine Schokokeks-Marke in Chile umzubenennen, ist das jüngste Beispiel für die sprachliche Aufräumaktion, zu der sich die Lebensmittelindustrie augenscheinlich entschlossen hat.

Der Keks „Negrita“ aus dem Hause Nestlé wird künftig „Chokita“ heißen. Die Entscheidung sei im Sinne einer „Kultur des Respekts und der Nicht-Diskriminierung“ getroffen worden, so das Unternehmen mit Hauptsitz in Vevey. Das Gebäck, ein in Schoko…