Abgesehen von seinem Klavier sei die Erde eigentlich ein ziemlich staubfreier Platz, hat Bruce Banerdt kürzlich gesagt. Auf dem Mars sei das anders, dort sei der Dreck »definitiv eine unserer größten Herausforderungen«. Der Geoforscher Banerdt ist am Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena für die wissenschaftliche Ausbeute der Marssonde »Insight« verantwortlich.

Aktuell müssen sich die Experten mit einem ziemlich nervigen Problem herumschlagen: Auf den Solarpaneelen des im November 2018 gelandeten Roboters haben Wind und elektrostatische Anziehungskräfte für große Staubablagerungen gesorgt. Rund 80 Prozent der Fläche seien auf diese Weise schon bedeckt, so Banerdt. Die Stromausbeute ist zuletzt rapide abgesunken. Im schlechtesten Fall muss die US-Weltraumbehörde Nasa deswegen im kommenden April das Aus für die Mission verkünden.

»Insight« arbeitet bereits länger als ursprünglich geplant. Viele wichtige Daten zum inneren Aufbau des Roten Planeten hat die Sonde schon sammeln können. In drei einzelnen Artikeln stellen die beteiligten Teams die daraus gewonnenen Erkenntnisse nun im Fachmagazin »Science« vor. Die wichtigste Botschaft: Der Rote Planet ist vom Aufbau her unserer Erde recht ähnlich, er hat aber einen größeren Kern und eine dünnere Kruste als bisher angenommen.

Den Forschungsarbeiten liegt die Auswertung von mehr als zwei Jahren Messdaten des in Frankreich gebauten Seismometers auf »Insight« zugrunde. Es war neben dem – insgesamt eher glücklosen – Marsmaulwurf zur Messung der Hitzeverteilung im Boden, für den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) verantwortlich war, eines der beiden Hauptinstrumente der Sonde. Das hochsensible Seismometer lauschte im Untergrund des Mars nach Erschütterungen. Dabei hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch gehofft, den Einschlag von Meteoriten hören zu können. Das hat bisher jedoch nicht zweifelsfrei geklappt.

Interessant dabei ist: Das Seismometer kann nur…