EU-Währungshüter
EZB-Rat vor Weichenstellungen – Lagarde: «Wichtiges Treffen»

EZB-Präsidentin Christine Lagarde plädiert für eine Politik der ruhigen Hand. Foto: Olivier Matthys/Pool AP/dpa

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Europas Währungshüter machen Tempo: Nach der Festlegung einer neuen Strategie soll nun der geldpolitische Ausblick überarbeitet werden. EZB-Präsidentin Lagarde verspricht zudem eine klarere Sprache.

Ursprünglich haben Volkswirte von der Juli-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht viel erwartet.

Doch nachdem Europas Währungshüter vor zwei Wochen ihre überarbeitete geldpolitische Strategie inklusive eines flexibleren Inflationsziels festgezurrt haben, hat das Treffen des EZB-Rates heute deutlich an Bedeutung gewonnen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde höchstpersönlich schürte jüngst in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV die Erwartungen: «Es wird ein wichtiges Treffen.» Es werde «einige interessante Variationen und Veränderungen geben», sagte die Französin. Die Ergebnisse der Beratungen gibt die Notenbank in Frankfurt am Nachmittag (13.45 Uhr) bekannt.

Feilen wird die Notenbank mit ziemlicher Sicherheit an ihrem längerfristigen Ausblick. Es werde eine Überprüfung der sogenannten Forward Guidance geben, um sie in Einklang mit der nun formulierten neuen Strategie zu bringen, kündigte Lagarde an.

Kernelement der überarbeiteten Strategie ist der größere Spielraum beim Thema Inflation: Künftig strebt die Notenbank für die 19 Staaten des Euroraums eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Zumindest zeitweise will die EZB dabei auch akzeptieren, wenn diese Marke moderat über- oder unterschritten wird. Bislang lag das Inflationsziel der EZB bei «unter, aber nahe zwei Prozent».

Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank den Begriff…