Aktuell sind die Corona-Infektionszahlen in Deutschland relativ niedrig, doch seit mehr als zwei Wochen wachsen sie deutlich. Am 8. Juli lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 5,2, eine Woche später bei 8,0 – inzwischen ist sie bereits wieder bei 12,2 angekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte vor einer erneuten Verschlechterung der Lage angesichts der wieder exponentiell wachsenden Infektionszahlen.

Wie geht es in den kommenden Wochen weiter, was passiert im Herbst und Winter? Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen aus. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Papier hervor, in dem das RKI auch Empfehlungen zur Vorbereitung und Prävention für den Herbst und Winter formuliert.

Deutschland befinde sich mit den steigenden Impfquoten in der Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen, schreibt das Institut. Wann dieser Übergang abgeschlossen sein werde, könne derzeit aber noch nicht genau vorausgesagt werden. Wenn ein Virus endemisch ist, bedeutet das, dass es nicht mehr verschwindet und in der betreffenden Weltregion zu bestimmten Zeitpunkten immer wieder Infektionen auftreten. Eine Pandemie ist dagegen eine Krankheit, die sich weltweit schnell ausbreitet.

Wieder mehr Kontakte

Eine Herdenimmunität im Sinne der kompletten Auslöschung des Virus sei nicht realistisch, schätzt das RKI. Für den möglichen Anstieg der Infektionszahlen gebe es verschiedene Gründe. Dazu zählt unter anderem, dass die Menschen wieder mehr Kontakte haben und Orte, in denen eine höhere Übertragungswahrscheinlichkeit herrscht, wieder geöffnet werden. Aber auch eine mögliche Reduktion der Impfeffektivität beispielsweise durch schwindende Immunität unter älteren Menschen und die damit zusammenhängende Notwendigkeit von Auffrischimpfungen können eine Rolle spielen, genauso wie die Ausbreitung neuer Varianten mit höherer Übertragbarkeit.

Die »aktuell entspannte Infektionslage« sollte nach Angaben des RKI…