Posse um Protest-Aktion
Texaner wollten für freie Wahlen kämpfen – und verbreiteten Corona

Treffen mit demokratischen Abgeordneten aus Texas: Der Corona-Test bei Vize-Präsidentin Kamala Harris (re.) fiel danach negativ aus.

© Andrew Caballero-Reynolds / AFP

Statt ein Zeichen gegen die Verschärfung des Wahlrechts in ihrem Staat zu setzen, haben demokratische Politiker aus Texas offenbar Corona ins Weiße Haus eingeschleppt. Ein gefundenes Fressen für die Republikaner.

Medienwirksam haben demokratische Abgeordnete des Parlaments von Texas in der vergangenen Woche ihren Staat verlassen, um eine Abstimmung über die Wahlrechtsreform in ihrem Bundesstaat zu verhindern. Durch ihre Reise nach Washington konnte der Regionalkongress die Reform nicht beschließen, da die Mindestzahl an Abgeordneten nicht anwesend war. Die texanischen Politiker wollten auf diese Weise ein Zeichen für die Demokratie setzen, weil sie das neue Wahlrecht in erster Linie als Versuch der in Texas regierenden Republikaner sehen, den Zugang zu Wahlen vor allem für nicht-weiße Wahlberechtigte zu erschweren. Die texanischen Demokraten hofften auf Unterstützung durch US-Präsident Joe Biden für ihre Sache.

Doch nun droht die Aktion für eine freies Wahlrecht zu verpuffen. Der Grund: Im Weißen Haus geht inzwischen vielmehr die Sorge um, der Besuch der Texaner könnte zum Superspreader-Ereignis in der Machtzentrale werden. Wie das Büro der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bestätigte, wurde einer ihrer leitenden Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet, wenige Tage nachdem er sich mit den texanischen Abgeordneten getroffen hatte – und das, obwohl er vollständig geimpft sei. Wie es weiter hieß, ist inzwischen bekannt, dass sechs Mitglieder der texanischen Reisegruppe mit Corona infiziert sind – einige von ihnen ebenfalls angeblich vollständig immunisiert. Immerhin: Der Corona-Test…