Kanzlerin Angela Merkel hat bei der letzten Sommerpressekonferenz Versäumnisse und Enttäuschungen in der Klimaschutzpolitik eingeräumt. Gemessen an dem Ziel, den weltweiten Klimaanstieg bis auf zwei Grad zu begrenzen, sei während ihrer Kanzlerschaft »nicht ausreichend viel passiert«, sagte sie. »Deshalb muss das Tempo angezogen werden.«

Merkel betonte zugleich ihren persönlichen Einsatz für den Kampf gegen die Erderwärmung. »Ich bin der Meinung, dass ich sehr viel Kraft für den Klimaschutz aufgewandt habe«, sagte sie. »Und trotzdem bin ich ja mit wissenschaftlichem Verstand ausreichend ausgerüstet, um zu sehen, dass die objektiven Gegebenheiten erfordern, dass man in dem Tempo nicht weiter machen kann, sondern schneller werden muss.«

Die Kanzlerin verwies zugleich darauf hin, dass es weltweit großen Widerstand gegen einen effizienten Klimaschutz gebe – etwa bei der Umsetzung des Kyoto-Protokolls von 1997. »Ich habe viele Enttäuschungen erlebt damals«, sagte Merkel. Sie habe »sehr, sehr viel Kraft in meinem politischen Leben dafür eingesetzt, Mehrheiten dafür zu finden, dass wir wenigstens diesen Weg gehen konnten«. Dies habe »eigentlich meine gesamte politische Arbeit geprägt«.

In ihrer 16-jährigen Amtszeit habe sie aus eigener Sicht nur Krisen zu bewältigen gehabt, die ihre Ursachen nicht in Deutschland hatten. Die CDU-Politikerin zählt dazu die Finanzkrise von 2007, die Euro-Rettung, die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015, den Klimawandel und die Coronapandemie.

»Was meine Amtszeit schon durchzogen hat immer, ist, dass wir halt nicht alleine mit nationaler Politik unsere Herausforderungen bewältigen können, sondern dass wir Teil einer Weltgesamtheit sind, und das ist ja auch das Thema, das wir bei Klima sehen«, sagte sie. »Wir alleine werden das Weltklima nicht verändern können. Wir alleine werden die Pandemie nicht bekämpfen können«, sagte Merkel. Sie fügte hinzu: »Aber die Art und Weise, wie wir es machen, kann Beispiel…