Weltall
Viele Jahre Verspätung: Raumstation ISS bekommt neues Labor

Eine Trägerrakete vom Typ Proton-M wird zum Startplatz gebracht. Foto: Roscosmos /dpa

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Seit 2007 will Russland ein Modul für Forschungen zur ISS schicken. Doch immer wieder kommt etwas dazwischen. Nun nimmt die stolze Raumfahrtnation einen neuen Anlauf.

Es sollte schon seit Jahren im All sein, doch ein Start wurde immer wieder verschoben: An diesem Mittwoch will Russland sein Forschungsmodul mit dem Namen «Nauka» (Wissenschaft) zur Internationalen Raumstation (ISS) schicken.

Eine Trägerrakete vom Typ Proton-M soll das 13 Meter lange Labor am Nachmittag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in der Steppe der zentralasiatischen Republik Kasachstan zum Außenposten der Menschheit in 400 Kilometer Höhe bringen. Der Flug soll acht Tage dauern.

Lange ist in Moskau gerätselt worden, ob das fliegende Labor überhaupt jemals zum Einsatz kommt. Unzählige Male sind geplante Starttermine gestrichen worden, weil Probleme auftauchten oder Geld fehlte. Zuletzt hatte Russland seine künftige Beteiligung an der ISS infrage gestellt – und sich bis heute nicht eindeutig positioniert, wie lange die stolze Raumfahrtnation ihren Teil der Station betreiben will. Der Vertrag dazu läuft 2024 aus.

Europas langjähriger Raumfahrtchef Jan Wörner sieht den Start des Moduls als wichtiges Signal über den Tag hinaus. «Ich werte Nauka als klar positives Zeichen für eine längere Nutzung der ISS vonseiten Russlands», sagt der Ex-Leiter der Europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Die Spitzen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos dürften jedenfalls aufatmen, wenn «Nauka» in der kommenden Woche die ISS erreicht hat. Kritiker monieren schon seit Jahren, dass die Technik des Labors längst überholt ist. Mit dem Bau war bereits 1995 begonnen worden. Es war damals aber nur zu 70…