Anhörung vor Kongress
„Wenn hier jemand lügt, Senator, dann sind Sie das“: US-Virologe Fauci fetzt sich mit Republikaner

Anthony Fauci, US-Virologe und Berater des Weißen Hauses

© J. Scott Applewhite / AFP

Während einer Anhörung im US-Kongress haben sich Virologe Anthony Fauci und Senator Rand Paul einen hitzigen Wortwechsel geliefert. Ein ungewohnter Anblick. 

Republikaner, die sich verbal über ihn ausbreiten? Kennt Anthony Fauci, ist er geradezu gewohnt. Sie forderten schon seine Entlassung, schrieben ihm „Blut an den Händen“ zu, sein früherer Chef nannte ihn „ein Desaster“, einen „Selbstdarsteller“, dem niemanden mehr zuhören wolle. Es ist anzunehmen, dass der frühere US-Präsident Donald Trump, der diese Worte wählte, selbst den Knoten im Ohr trug. Im Kampf gegen Corona war er vor allem durch Prokrastination aufgefallen, sehr zum Leidwesen von Fauci.

Und dennoch: Die Kritik ließ der Topvirologe und Berater des Weißen Hauses in der Corona-Pandemie bislang souverän an sich abperlen. Allein: Sogar missgünstige E-Mails soll Fauci stets „höflich, zurückhaltend und einfühlsam“ beantwortet haben, stets unterzeichnet mit einem schlichten „Tony“ (der stern berichtete).   

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Insofern ist Rand Paul nun etwas einzigartiges gelungen: Der republikanische Senator aus dem US-Bundesstaat Kentucky hat den sonst kontrollierten Fauci zu einer Wutrede provoziert. Während einer Anhörung vor dem US-Kongress bezichtigte Paul den Virologen indirekt, bei einer Anhörung im Mai gelogen zu haben. Ein schwerwiegender Vorwurf – den Fauci so nicht stehen lassen wollte.

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