Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem drastischen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gewarnt. Im September schon könne die Marke von 400 und im Oktober die von 800 überschritten werden, wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, erläuterte der CDU-Politiker in Berlin. Man habe aktuell bereits eine sehr schnelle Steigerung. Das Robert-Koch-Institut hatte am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 11,4 gemeldet. Binnen zwölf Tagen hat sich der Wert damit mehr als verdoppelt. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche neu anstecken.

Wer noch nicht geimpft ist, sollte dies rasch vornehmen lassen, rät der Minister

Spahn rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen nicht zu vernachlässigen: Maske in Innenräumen tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen. „Wir entscheiden jetzt, in diesen Tagen des Julis, darüber, wie September, Oktober, November werden“, führte Spahn aus.

Der Anstieg der Infektionen dürfte auch die Debatte beschleunigen, ab welchen Grenzwerten neue Corona-Beschränkungen greifen sollen. Die ersten Landkreise liegen jetzt bereits wieder über einem Wert von 50, zwei Berliner Bezirke über der Inzidenz von 35, die früher für Bund und Länder als Richtschnur galten.

Spahn verwies darauf, dass man nicht auf die alten Grenzwerte zurückgreifen könne, weil durch die höhere Impfquote die Zahl der Hospitalisierungen und COVID-Patienten auf Intensivstationen geringer sei als früher. Damit verändert sich die Grenze, ab der eine Überlastung des Gesundheitswesen zu befürchten ist – was ebenfalls ein Beurteilungsmaßstab für Beschränkungen ist. Es scheine so zu sein, dass „200 das neue 50 ist“, sagte Spahn mit Blick auf frühere Grenzwerte für Beschränkungen.

Auf den Intensivstationen ist die Zahl der COVID-Patienten durch die Impfkampagne gesunken

Der Gesundheitsminister hatte zuvor auf Twitter an die Bevölkerung appelliert, sich…