Leon Glatzer reitet eine Welle, Lilly Stoephasius skatet durch einen urbanen Park in Tokio, und Alexander Megos hängt spektakulär in der Kletterwand: Die neuen olympischen Disziplinen verheißen actionreiche Bilder und sollen das Lebensgefühl von vor allem jungen Sportlern auf das traditionsreiche Ringefestival übertragen. Für viele Wellenreiter, Skateboarder oder Kletterer ist die Aufnahme ihres Sports ins olympische Programm eine große Bereicherung – auch wenn so mancher Star dieser Sportarten, allen voran die US-Kletterin Alex Puccio, mit den olympischen-Wettkampfanforderungen wenig anfangen kann und deshalb auf eine Teilnahme verzichtet.

Vor allem viele Surfer finden, dass ihr mit einem lockeren Lifestyle assoziierter Sport nicht zu Olympia passt. Andererseits: Werden Sportarten olympisch, verbessern sich Förderung und Strukturen. „Ich habe richtig viel profitiert“, sagt Leon Glatzer, der sich als einziger deutscher Surfer sensationell für Olympia qualifiziert hat, mit Blick auf die in den vergangenen Jahren geschaffenen Strukturen. „Wir haben ein richtig krasses Team. Ich habe das nicht alleine geschafft.“

Mehr junge Menschen für Olympia begeistern

Auch in anderen Sportarten hofft man auf positive Effekte wie verbesserte  Trainingsbedingungen oder größeren Zulauf durch die Tokio-Teilnahme. Die Olympia-Macher setzen wiederum darauf, dass durch die hippen Disziplinen und ihre coolen Vertreter noch mehr junge Menschen für die Spiele begeistert werden. Der Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) befürwortet die Aufnahme neuer Disziplinen in das Programm der Spiele. „Da muss das IOC mit einer Mischung aus traditionellen und modernen Sportarten mit der Zeit gehen und tut dies auch“, so DOSB-Leistungssport-Vorstand Dirk Schimmelpfennig.

dho
DPA