München wurde am Abend des 22. Juli 2016 von Schüssen erschüttert. Die Lage war lange unübersichtlich. Aus Anlass des fünften Jahrestags veröffentlichen wir ein Minutenprotokoll von damals erneut.

Bei einem Anschlag in München wurden am Freitag, den 22. Juli 2016, neun Menschen erschossen. Der Schütze, ein 18-jähriger Rechtsextremer, tötete sich danach selbst. Als die Faken für dieses Minutenprotokoll zusammengefasst wurden, war noch nicht bekannt, dass es sich um ein Hassverbrechen handelte. Diese Chronik erschien in den frühen Morgenstunden des Samstag, wenige Stunden nach der Tat. Wir veröffentlichen sie hier – unverändert – noch einmal, um die Lage von damals zu illustrieren.

17.52 Uhr: Der Alarm vom Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Norden der Stadt geht bei der Polizei ein. Die ersten Schüsse fallen bei einem Schnellrestaurant. Von diesem Zeitpunkt an sind überall in München Polizeisirenen zu hören.

18.33 Uhr: Die Polizei bestätigt: Im OEZ hat es eine Schießerei gegeben. Ob Menschen verletzt oder getötet wurden, ist zunächst unklar. „Es ist wohl etwas Größeres“, sagt eine Sprecherin.

18.35 Uhr: Die Polizei twittert: „Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum.“ Personen rund um das OEZ senden über den Internetdienst Periscope Live-Videos vom Polizeieinsatz.

18.43 Uhr: Es wird klar, dass es Verletzte und möglicherweise auch Tote gegeben hat.

19.05 Uhr: Die Warnung der Polizei an die Bevölkerung geht über Twitter raus: „+++ACHTUNG+++ Meiden Sie die Umgebung um das #OEZ – Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!+++“

19.13 Uhr: Die Polizei hält die Menschen per Twitter auf dem Laufenden. „Lage am #OEZ mit #Schießerei ist aktuell noch unübersichtlich. Es gab mehrere Verletzte.“