Der Konflikt schwelt seit Jahren, doch nun scheint ein Kompromiss in greifbarer Nähe: Die USA und Deutschland stehen offenbar kurz vor einer Einigung über die Ostseepipeline Nord Stream 2. Worum geht es bei dem Konflikt? Die wichtigsten Fakten:

Was ist Nord Stream 2?

Die Pipeline soll Erdgas aus Russland nach Deutschland transportieren, sie beginnt im russischen Wyborg und endet in Lubmin bei Greifswald. Die gut 1200 Kilometer lange Leitung verläuft auf dem Grund der Ostsee und wird vom russischen Konzern Gazprom betrieben. Zwei Stränge der Pipeline wurden unter dem Namen Nord Stream 1 bereits 2011 eingeweiht. Die Erweiterung Nord Stream 2 steht kurz vor der Fertigstellung.

Warum steht das Projekt in der Kritik?

Durch Nord Stream 2 könnte Europa stärker von Russlands Gas abhängig werden: Diese Sorge äußern sowohl die USA als auch bisherige Transitländer für russisches Gas, insbesondere die Ukraine. Zwischen ukrainischer und russischer Regierung kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Streit über Gaslieferungen, zeitweise stoppte Gazprom seine Lieferungen in die Ukraine sogar komplett.

Auch Polen und die baltischen Länder lehnen das Projekt strikt ab, das sie an die hegemoniale Rolle Moskaus zu Zeiten der Sowjetunion erinnert. Die russische Annexion der Krim und zuletzt die Vergiftung und Inhaftierung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny verstärken solche Sorgen.

Die EU-Kommission indes argumentiert, sie wolle sich für Energielieferungen einfach möglichst viele Optionen erschließen. Das russische Gas sei nur eine davon.

Welche Rolle spielen die USA?

Die Regierung in Washington hat Nord Stream 2 in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert. Der US-Kongress beschloss 2019 Sanktionen gegen Unternehmen und Einzelpersonen, die am Bau beteiligt sind. Im vergangenen Jahr drohten US-Senatoren sogar Mitarbeiter des Fährhafens Saßnitz auf Rügen mit schweren Konsequenzen, weil dieser eine wichtige Rolle für die Bauarbeiten spielt.

Die Amerikaner argumentieren,…