Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat neuen Druck im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel erzeugt. Innerhalb der Europäischen Union ist man sich weitgehend einig, dass man bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein will – an der Umsetzung hapert es oft allerdings noch. Die Folgen des Klimawandels gänzlich abwenden wird man mit dem Vorhaben laut Experten nicht – kann sie aber abmildern.

Was bedeutet das für die Situation in Deutschland in den kommenden Jahren? Wie verändert sich das Klima? Und welche Folgen hat das für die Landwirtschaft, unsere Gesundheit und das Wohnen? Ein Überblick.

Hochwasserschutz

Als Folge des menschengemachten Klimawandels werde Hochwasser mit Blick auf das Jahr 2050 vor allem in Gebieten in Nord- und Westeuropa zunehmend eine Bedrohung darstellen, sagt Ralf Merz, Hydrologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle an der Saale. Diese Entwicklung hänge vor allem mit dem sogenannten Jetstream zusammen.

Dabei handelt es sich um ein Starkwindband in mehreren Kilometern Höhe, der von großräumigen Temperaturunterschieden, etwa zwischen der Arktis und den Tropen angetrieben wird. Da diese Unterschiede geringer werden, flaut offenbar auch der Jetstream ab, sodass sich Hoch- und Tiefdruckzonen länger über Europa halten.

»Das ist auch jetzt wieder passiert bei dem Tiefdruckgebiet ›Bernd‹.« Demnach wäre früher ein solches Tief nach zwei Tagen weitergezogen, jetzt ist es an einem Ort stehen geblieben – mit verheerenden Folgen.

Hitze

Dass lang anhaltende hohe Temperaturen mit dem menschengemachten Klimawandel verbunden sind, daran gibt es in der Fachwelt kaum Zweifel. Für die Zukunft wird das die Menschen vor große Herausforderungen stellen, erklärt Daniela Jacob, Meteorologin und Direktorin des German Institute for Climate Services (Gerics) in Hamburg.

»Um 2050 müssen wir damit rechnen, dass die Sommermonate deutlich heißer und trockener sind«, so Jacob. Etwa für den Oberrheingraben…