Jens Spahn (CDU) hat vor einem deutlichen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gewarnt. Im September schon könne die Marke von 400 und im Oktober die von 800 überschritten werden, wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, sagte der Bundesgesundheitsminister. Man habe derzeit schon eine sehr schnelle Steigerung der Infektionen mit dem Coronavirus.

Das Robert Koch-Institut hatte am Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz mit 11,4 beziffert, nach 10,9 am Dienstag. Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen eine Infizierte oder ein Infizierter im Schnitt ansteckt, liege über dem kritischen Wert von eins, sagte Spahn.

»Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800«, sagte der Minister. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, »wollen wir das passieren lassen«.

»Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird«, sagte der CDU-Politiker. Man müsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten, etwa durch eine konsequente Nutzung der Schutzmasken.

Mit den Ländern müsse beraten werden, ab welchen Inzidenzwerten neue Beschränkungen greifen müssten. Spahn verwies darauf, dass man nicht auf die alten Grenzwerte zurückgreifen könne, weil durch die höhere Impfquote etwa die Zahl der Hospitalisierungen und Coronapatienten auf Intensivstationen geringer sei als früher. Es scheine so zu sein, dass »200 das neue 50 ist«, sagte er zu früheren Grenzwerten für Coronabeschränkungen. Man dürfe aber nicht so lange warten, bis hohe Zahlen wieder erreicht seien.

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. »Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen«, sagte er. »Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie…