Tokio 2021
Die Krisen-Spiele: Steigende Coronafälle überschatten Beginn von Olympia

Eine große Mehrheit der Japanerinnen und Japaner glaubt nicht an „sichere“ Spiele

© Michael Kappeler / DPA

von Leonie Scheuble
20.07.2021, 16:55 Uhr

Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio wird die Kritik immer lauter. Trotz strenger Schutzmaßnahmen wächst die Sorge vor einer massiven Corona-Ausbreitung. Schon jetzt gibt es knapp 70 Fälle.

„Schneller, höher, stärker – gemeinsam“: So lautet das am Dienstag noch schnell um das „Gemeinsam“ ergänzte neue Olympische Motto. Laut IOC-Präsident Thomas Bach soll die Änderung den „Fokus auf Solidarität“ und ein „klares Zeichen“ für ein Miteinander setzen. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es selten so großen Widerstand wie vor den Spielen in Tokio gab.

Japan ist im Alarmzustand. Es ist eingetreten, was viele im Vorfeld längst befürchtet hatten. Seitdem in den letzten drei Wochen Teams aus mehr als 200 Ländern in Tokio eingetroffen sind, gibt es bereits knapp 70 bestätigte Corona-Fälle, darunter Athleten, Mitarbeiter und Journalisten. Und dennoch werden die Sommerspiele – die wegen der Pandemie bereits um ein Jahr verschoben wurden – am Freitag beginnen.

68 Corona-Fälle – mehrere Athleten betroffen

Drei Tage vor Eröffnung der Spiele haben die Organisatoren zehn weitere Corona-Fälle registriert. Darunter ein Athlet im olympischen Dorf, wie das Organisationskomitee am Dienstagmorgen mitteilte. Damit steigt die Zahl der seit 1. Juli ermittelten positiven Tests auf 68.

Nach Beachvolleyball-Spieler Ondrej Perusic wurde nun auch Simon Nausch, Trainer der tschechischen Beachvolleyballerinnen, positiv getestet. Beide haben sich in Quarantäne begeben. Bei der im Olympia-Trainingslager der US-Mannschaft positiv getesteten Turnerin handelt es sich um…