„Diese Veranstaltung ist wirklich verflucht.“ Eigentlich bezog sich der Informant der japanischen Zeitung „Mainishi“ aus dem Kreis des Organisationskomitees in Tokio mit dieser Aussage auf den jüngsten Olympia-Skandal: Keigo Oyamada, der Komponist der olympischen Eröffnungsfeier, war am Montag zurückgetreten, nachdem der 52-Jährige hatte zugeben müssen, dass er in seiner Schulzeit behinderte Kinder gemobbt hatte. Doch die Aussage des Informanten beschreibt auch ziemlich treffend die Situation drei Tage vor dem Beginn der Spiele: Kein Tag vergeht ohne Negativ-Schlagzeilen.

Weitere Sponsoren sagen für  Eröffnungsfeier ab

Am Dienstag verzeichneten die Organisatoren unter den Olympia-Sportlern und -Betreuern neun weitere Corona-Fälle, insgesamt wurden bisher 67 Infektionen gezählt. Allein aus dem tschechischen Beachvolleyball-Team wurden in den vergangenen Tagen drei Personen positiv auf COVID-19 getestet.

Wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante in Japan werden die Spiele erstmals in der olympischen Geschichte ohne Zuschauer ausgetragen. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag werden nur Offizielle auf den Tribünen sitzen – und geladene Gäste.

Von denen ziehen sich jedoch wegen der in Japan weiterhin vorherrschenden olympiakritischen Stimmung immer mehr zurück. Nachdem Olympia-Topsponsor Toyota angekündigt hatte, dass Konzernchef Akio Toyoda nicht an der Feier teilnehmen werde, zogen andere hochrangige Wirtschaftsvertreter nach. So wird auch Yuki Kusumi, Chef des Elektronikkonzerns Panasonic, bei der Veranstaltung am Freitag fehlen. Panasonic unterstützt die Olympischen Spiele bereits seit 1987 als Topsponsor.

Die Nachrichtenagentur Kyodo will erfahren haben, dass der japanische Kaiser Naruhito, der die Spiele am Freitag offiziell für eröffnet erklären wird, mit Blick auf die Corona-Lage das Wort „feiern“ oder ähnliche Begriffe vermeiden wird.

IOC-Chef Bach hatte schlaflose Nächte

Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC),…