Hochwasser
Pflichtversicherung für Flutopfer unter Ökonomen umstritten

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands wird kontrovers über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden diskutiert. Foto: Thomas Frey/dpa

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Viele Menschen in den Überschwemmungsgebieten wissen nicht, wie sie ihre Häuser wieder aufbauen sollen. Muss der Staat alles zahlen, und sollte es künftig eine Pflichtversicherung geben?

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands wird kontrovers über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden diskutiert.

Die Münchner Ökonomin Monika Schnitzer hält sie für sinnvoll, «wenn man verhindern will, dass manche auf eine solche Versicherung verzichten, im Vertrauen darauf, im Katastrophenfall Hilfe durch den Staat zu erhalten», sagte das Mitglied des Sachverständigenrats («Wirtschaftsweise») der «Wirtschaftswoche». Allerdings müsse die Höhe der Prämien auf die Höhe der Risiken abgestimmt sein. «Wessen Haus und Grund stärker gefährdet sind, sollte höhere Prämien zahlen», führte Schnitzer aus.

Als Elementarschäden gelten Schäden, die durch Naturereignisse wie Starkregen, Hochwasser oder Erdrutsche verursacht werden.

Auch der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Gabriel Felbermayr, befürwortet eine privatwirtschaftlich organisierte Pflichtversicherung. «Diese müsste aber mit einem Selbstbehalt ausgestattet sein, damit die Anreize zum Selbstschutz aufrecht bleiben», sagte er der Zeitschrift. Die Prämien sollten «an die existierenden Risiken angepasst werden, wie das bei anderen Versicherungen auch der Fall ist». Der Staat sollte in einer Übergangsphase helfen, wenn Besitzer von Häusern in Überschwemmungsgebieten plötzlich mit hohen Prämien konfrontiert würden.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sieht dagegen…