Zwei Wochen nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse soll in dem Karibikstaat an diesem Dienstag eine neue Regierung gebildet werden. Zum neuen Ministerpräsidenten werde Ariel Henry ernannt, verlautete aus Regierungskreisen. Interims-Ministerpräsident Claude Joseph werde auf seinen bisherigen Posten als Außenminister zurückkehren. Die neue Regierung werde „so bald wie möglich“ Wahlen organisieren.

Das Mordkommando

Moïse war in der Nacht zum 7. Juli in seinem Haus in Port-au-Prince erschossen worden. Nach Polizeiangaben war ein Mordkommando aus 26 Kolumbianern und zwei US-Bürgern haitianischer Herkunft an dem Attentat beteiligt. Mehr als 20 Menschen wurden seither festgenommen.

Erinnerungen an den ermordeten Präsidenten Jovenel Moise in einem Wandbild

Der Präsident hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen Henry zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Nach Moïses Tod aber begann ein Machtkampf zwischen Henry und Joseph, der nach dem Attentat den Ausnahmezustand ausgerufen hatte.

Die verschobene Wahl

Der Mord an Moïse stürzte das ohnehin von Instabilität und großer Armut geprägte Haiti in eine noch tiefere Krise. Der Präsident hatte das Land zuletzt per Dekret regiert, nachdem eine für 2018 geplante Parlamentswahl unter anderem wegen Protesten gegen ihn verschoben worden war.

ml/cw (AFP, rtr, ap)