Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind noch in vollem Gange. Doch schon jetzt blicken die Behörden in den betroffenen Gebieten mit Besorgnis auf mögliche Gesundheitsrisiken nach den verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Aktuell wächst die Angst vor einer Corona-Ausbreitung. »Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird«, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Das Landesgesundheitsministerium bereitet deshalb laut Freichel in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonder-Impfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits den vollen Impfschutz.

Auch das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen warnte vor einem steigenden Infektionsrisiko in den Hochwassergebieten. »Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von Sars-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln«, teilte das Ministerium in Düsseldorf laut RND mit.

Die Gefahr könne aber mit Tests, Masken und Lüften reduziert werden. »In den Notunterkünften wurde vielfach bereits medizinische Versorgungsstruktur etabliert«, erklärte das Ministerium. Zusätzlich bereiteten den Behörden die zusammengebrochene medizinische Infrastruktur, etwa durch zerstörte Hausarztpraxen, Sorgen.

164 Tote, Sachschäden gehen in die Milliarden

Die Unwetter, die Mitte der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eingesetzt hatten, führten in der Nacht zum Donnerstag zu massiven Verwüstungen. Mindestens 164 Menschen starben in beiden Bundesländern, es gelten zudem noch zahlreiche Personen als vermisst.

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind immens. Die bei der Bahn und an Straßen angerichteten Schäden liegen nach…