In der kleinen Gemeinde Vò in Norditalien starb am 21. Februar 2020 der erste Italiener an Covid-19. Der 3300-Einwohner-Ort gilt als einer der ersten Covid-19-Hotspots außerhalb Asiens. Als das Virus dort ausbrach, reagierten die Behörden schnell. Gebirgsjäger verteilten Masken, ein Forscherteam der Universität Padua kam, um die Bevölkerung durchzutesten. Weil damals rund 86 Prozent der Einwohnerinnern und Einwohner mitmachten, gilt Vò noch immer als wissenschaftlich interessanter Ort, um Erkenntnisse über das Coronavirus zu erhalten.

Die Forscherinnen und Forscher testeten das Blut der Bewohner von Vò erneut im Mai und November 2020 auf Antikörper gegen das Virus. Die Ergebnisse veröffentlichten sie nun im Fachmagazin »Nature Communications«. Sie zeigen, dass die meisten der ehemals Infizierten rund neun Monate später noch immer neutralisierende Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut hatten.

Im November waren bei 98,8 Prozent der Getesteten noch Antikörper gegen das Virus zu finden. Deren Konzentration war leicht zurückgegangen. 18,6 Prozent der Genesenen zeigten jedoch sogar einen deutlichen Anstieg der Antikörper-Titer im Vergleich zum Mai. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erklären sich das mit einem erneuten Kontakt zum Virus.

Für die Studie wurden die Blutproben mit drei kommerziellen Antikörpertests ausgewertet. Da die verwendeten Antikörpertests mit unterschiedlichen Proteinen oder Antigenen arbeiten, waren die Ergebnisse bei den drei Tests abweichend. Studienleiter Andrea Crisanti merkte daher an, dass je nach Test die Immunität leicht über- oder unterschätzt werden könnte.

Die Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass das Infektionsrisi­ko in Familien am höchsten ist. Dennoch gab es die meisten Infektionen außerhalb von Familien. Die Forschenden halten das Eindämmen der Coronapandemie ohne Massentests und Lockdowns daher für quasi unmöglich.

Die Studie bestätigt auch die Existenz von Superspreadern. Insgesamt rund 80 Prozent der…