An kranke Wildschweine hatte man sich im Osten Brandenburgs schon gewöhnen müssen. Bis Ende vergangener Woche war bei insgesamt 1267 verendeten Tieren der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Seit wenigen Tagen hat die Tierseuche nun auch Nutztierbestände in Brandenburg erreicht. Betroffen sind ein Biobetrieb mit 200 Hausschweinen in Neiße-Malxetal südöstlich von Cottbus sowie mehrere Kleintierhalter in Letschin, nördlich von Frankfurt (Oder).

»Diese Fälle kommen leider nicht völlig überraschend. Mit einem Eintrag in deutsche Hausschweinbestände musste spätestens seit dem Nachweis der Infektion bei Wildschweinen in Deutschland im September 2020 gerechnet werden«, so Thomas Mettenleiter, der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), das sich auf Bundesebene mit der Forschung zu Tiergesundheit befasst.

Nun soll, wenn möglich, der Übertragungsweg geklärt werden. Es müsse untersucht werden, wie das Virus in den Bestand des betroffenen Biobetriebes gekommen sei, erklärte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Der Biobetrieb habe seine Tiere aufgrund einer amtlichen Anordnung schon seit September nicht mehr aus dem Stall lassen dürfen.

»Artgerechte Auslaufhaltung kommt hier also nicht als Ursache für die Ansteckung infrage.« Der Betrieb habe auch alle strengen Maßnahmen des Infektionsschutzes eingehalten, so der Verbandschef.

Die ASP ist eine schwere Virusinfektion. Sie ist für Wild- und Hausschweine normalerweise tödlich. In rohem Fleisch, gepökelten oder geräucherten Fleischwaren wie manchen Schinken und Würsten ist das Virus monatelang ansteckungsfähig. Für Menschen ist das kein Problem, für sie ist der Erreger ungefährlich – über rohes Fleisch kann er aber verschleppt werden und weitere Tierbestände erreichen.

In den afrikanischen Ursprungsländern der Erkrankung sind bestimmte Zecken für die Übertragung verantwortlich. In Mitteleuropa spielen die…