Die Mitteilung ist nur wenige Zeilen lang, schlägt aber hohe Wellen: Der US-Speiseeishersteller Ben & Jerry’s hat angekündigt, den Verkauf seiner Produkte in den israelischen Siedlungsgebieten im Westjordanland einzustellen. »Wir glauben, dass es nicht mit unseren Werten vereinbar ist, dass Ben & Jerry’s Eiscreme in den besetzten palästinensischen Gebieten (»Occupied Palestinian Territory«) verkauft wird«, teilte das Unternehmen, das zum Konsumgüterkonzern Unilever gehört, am Montag mit.

»Wir hören und erkennen auch die Bedenken unserer Fans und vertrauenswürdigen Partner an«, hieß es zur Begründung weiter. Man werde die bisherige Kooperation mit dem entsprechenden Lizenznehmer für den Verkauf in der Region Ende kommenden Jahres auslaufen lassen. In Israel selbst wolle man aber weiter Produkte verkaufen.

Die Reaktion aus Israel kam prompt. Die Regierung warnte den Mutterkonzern Unilever vor »schwerwiegenden Konsequenzen«. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett teilte mit, dieser habe mit Unilever-Chef Alan Jope über die »eklatanten Anti-Israel-Maßnahmen« des Eisherstellers gesprochen. »Aus israelischer Sicht hat diese Aktion schwerwiegende Konsequenzen, in rechtlicher und anderer Hinsicht«, hieß es. Man werde »aggressiv gegen jede Boykottmaßnahme vorgehen, die auf Zivilisten abzielt«, sagte Bennett laut der Erklärung seines Büros zu Unilever-Chef Jope.

Das israelische Außenministerium kritisierte die Entscheidung von Ben & Jerry’s als »Kapitulation gegenüber dem anhaltenden und aggressiven Druck extremer anti-israelischer Gruppen« und sagte, das Unternehmen kooperiere mit »ökonomischem Terrorismus«.

Unilever hatte den Speiseeishersteller mit Sitz im US-Bundesstaat Vermont im Jahr 2000 übernommen. Der Konzern wollte sich laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht zu der aktuellen Diskussion äußern.

Avi Zinger, Chef von Ben & Jerrys israelischem Lizenznehmer, sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan an diesem…