Im westafrikanischen Krisenstaat Mali haben zwei mit mindestens einem Messer bewaffnete Männer Interimspräsident Assimi Goita attackiert. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, ereignete sich der Vorfall während des Gebets zum islamischen Opferfest Eid al-Adha in der großen Moschee der malischen Hauptstadt Bamako. Der Präsident wurde augenscheinlich unverletzt aus der Moschee eskortiert.

Assimi Goita war Anfang Juni nach einem Putsch, den er angeführt hatte, als Interimspräsident vereidigt worden

Das Präsidialamt teilte mit, der Angreifer sei von Sicherheitspersonal überwältigt worden. Ein „junger Mann“ habe versucht, Goita einen „Messerstich in den Rücken zu versetzen“, sagte der Moschee-Direktor Latus Tourè zu AFP. Verletzt worden sei bei dem Vorfall aber „jemand anderes“. Über die Identität oder das Motiv des Angreifers wurde zunächst nichts bekannt, der Präsident selbst sprach im Fernsehen von einer isolierten Tat. 

Goita war Anfang Juni nach einem von ihm angeführten Putsch als Übergangspräsident Malis vereidigt worden. An der vorherigen Regierung war der 37-jährige Oberst zunächst als Vizepräsident beteiligt gewesen. Im Mai setzte er die zivile Spitze jedoch ab, um das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Das Vorgehen wurde international scharf verurteilt. Erst neun Monate zuvor hatte es in Mali einen Putsch gegeben.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von starker Instabilität geprägt. Die meist dschihadistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Neben der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich ist auch Deutschland mit der Bundeswehr im Rahmen von Missionen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen in Mali im Einsatz, um zur Stabilisierung des Landes beizutragen.

uh/kle (afp, rtr)