1. Erst der Text, dann die Musik

Richard Wagner, am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren, war schon früh davon überzeugt, ein Genie zu sein. Als Schüler verfasste er seine ersten dramatischen Werke. Auch für seine Opern schrieb er später selbst die Libretti, was in dieser Zeit unüblich war. Text und Musik sollten eine Einheit bilden. Die Musik stand nicht für sich, sondern bei Wagner immer im Dienste des Dramas.

Die endgültige Symbiose von Text, Musik, Regie und Bühnenbild gelang Wagner 1876 mit seinem berühmten Opern-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ in seinem eigenen Festspielhaus in Bayreuth. Bis heute finden dort jedes Jahr die international besuchten Bayreuther Festspiele statt. 

Richard Wagner war ein Egomane mit einer starken Ausstrahlung. Er verstand es, Menschen in seiner Umgebung für sich zu gewinnen

 

2.   Ständig auf der Flucht

Entweder floh Richard Wagner vor Gläubigern, denen er Geld schuldete oder aus politischen Gründen. Die Gläubiger saßen ihm im Nacken, als er sich 1839 heimlich mit seiner Frau Minna über Umwege nach Paris absetzte, wo ihm der Opernkomponist Giacomo Meyerbeer finanziell unter die Arme griff.

1848 schloss Wagner sich in Sachsen der Märzrevolution an. Angeklagt wegen Landesverrats fand er letztendlich Unterschlupf in Zürich, bis er Jahre später vom Kaiser begnadigt wurde. Aus Wien musste er fliehen, weil ihm die Steuerfahndung auf den Fersen war. Sein Gönner König Ludwig II. von Bayern half ihm aus der finanziellen Misere. Gegen die Verschwendungssucht des Königs und seines Freundes Richard Wagner gab es Proteste in der Bevölkerung, König Ludwig war kurz davor abzudanken, und Wagner tauchte 1865 abermals in der Schweiz unter. Ohne die finanzielle Hilfe König Ludwigs II. wäre der berühmte Ring des Nibelungen in Bayreuth allerdings nie zur Aufführung gekommen.

3.   Der teuerste Komponist aller Zeiten

Ab 1959 ließ Richard Wagner seine Werke beim internationalen Schott-Verlag drucken. Weil der Komponist ständig…