von Christoph Fröhlich
19.07.2021, 11:34 Uhr

Sebastian Brendel gewann Gold in London, in Rio – und will nun in Tokio wieder auf das Siegertreppchen. Im Gespräch mit dem stern spricht er über die Vorbereitung während der Corona-Pandemie und technische Helfer beim Training.

Herr Brendel, Sie sind einer der erfolgreichsten deutschen Sportler: Sie besitzen ein Dutzend goldene EM-Medaillen, wurden zehnmal Weltmeister, holten dreimal Gold bei den Olympischen Spielen in London und Rio de Janeiro. Was ging ihnen durch den Kopf, als im vergangenen Frühjahr die Spiele in Tokio verschoben wurden?

Ich war ehrlich gesagt erleichtert, dass die Spiele verschoben und nicht komplett abgesagt wurden.

Aber war es nicht frustrierend, jahrelang für einen Augenblick zu trainieren und kurz vorm Ziel eine Vollbremsung einlegen zu müssen?

Die Entscheidung war in meinen Augen richtig. Am wichtigsten ist es, dass Sportler, die Teams und die Zuschauer gesund bleiben. Das konnte man bei einem Mega-Event dieser Größenordnung nicht gewährleisten. Es gab damals ja weder Impfstoffe noch Schnelltests. Dieses Jahr sieht es deutlich besser aus.

Die Trainingspläne werden lange im Voraus erstellt, sodass man so fit wie möglich ist, wenn man in Olympia an den Start geht. Eine Verzögerung um ein Jahr ist nicht vorgesehen. Fällt man da nicht in ein Motivationsloch?

Ich glaube, das war sehr individuell von Sportler zu Sportler. Ich bin ja schon bisschen älter. Als Olympia wegen Corona verschoben wurde, war mir direkt klar, dass ich erstmal eine kleine Auszeit nehme und stattdessen mehr Zeit mit der Familie verbringe. Für die war es ja auch eine ungewohnte Situation. Natürlich habe ich meinen Körper fit gehalten, aber ich habe nicht das gleiche Pensum trainiert, dass ich für die Olympischen Spiele benötigt hätte. Rückblickend hat es mir gut getan,…