Eigentlich ist Fußball klar die Sportart Nummer eins in Nigeria, doch Basketball holt im Eiltempo auf. Nicht zuletzt, weil der Nationalmannschaft der Männer ein großer Coup gelang: Anfang Juli gewannen die „D’Tigers“ als erstes afrikanisches Team überhaupt gegen die USA. Der überraschende 90:87-Erfolg gegen den Weltranglisten-Ersten in einem Freundschaftsspiel in Las Vegas war Balsam auf alte Wunden. Bei den Spielen 2012 in London hatten die Nigerianer beim 73:156 gegen das US-Team ihre bisher höchste Olympia-Niederlage kassiert.

Beim bevorstehenden olympischen Basketball-Turnier in Tokio trifft Nigeria in der Gruppe B auf Australien, Deutschland und Italien. Sollten die „Tiger“ die Gruppenphase überstehen, wäre es eine Premiere für ein afrikanisches Team – auch wenn diese Mannschaft in Amerika geschmiedet wurde.

Die „US Connection“ 

Unter der Leitung von Mike Brown, Co-Trainer des NBA-Klubs Golden State Warriors, hat Nigeria beim Aufbau seiner Basketball-Nationalmannschaft stark auf die amerikanische Diaspora zurückgegriffen. Im Olympia-Kader steht beispielsweise der Center des NBA-Klubs Detroit Pistons, Jahlil Okafor, ein ehemaliger U17- und U19-Spieler der USA. Zehn der 15 Spieler, die am letzten vorolympischen Trainingslager teilnahmen, wurden in den Vereinigten Staaten als Kinder nigerianischer Eltern geboren. Die übrigen fünf erblickten zwar in Nigeria das Licht der Welt, zogen später aber in die USA, nach Kanada oder Australien.

„Viele in den USA lebende nigerianische Eltern wollen, dass ihre Kinder für ihr Herkunftsland spielen, daher gibt es ein großes Interesse am nigerianischen Basketballprogramm“, sagt Patrick Omo-Osagie der DW. Der ehemaliger nigerianische Jugendspieler arbeitet als Basketball-Schiedsrichter und Sportberater im US-Bundesstaat Texas. „Im Erfolgsfall werden werden mehr Spieler Nigeria als Chance betrachten, international Basketball zu spielen“, glaubt Omo-Osagie.

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