1. Deutschland will bei Klima und Katastrophenschutz besser werden

Die Flusspegel sinken und im Ahrtal halten viele Dorfgemeinschaften beim Aufräumen fest zusammen.

Am fünften Tag nach dem verheerenden Unwetter gibt es dennoch wenig Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken, auch wenn CSU-Chef Markus Söder im ARD-Morgenmagazin einen »Klima-Ruck« forderte und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) neuerdings findet: »Das Klima gewährt keinen Aufschub.«

In Rheinland-Pfalz werden noch immer Tote geborgen. Ihre Zahl stieg von Sonntag auf Montag um 17 auf 117. Am Mittag besuchte Innenminister Horst Seehofer (CSU) unter anderem das rheinland-pfälzische Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Frage, die seine Reise ins Krisengebiet begleitete, blickt zurück in die nahe Vergangenheit: Hätte vor den Überflutungen im Westen Deutschlands besser gewarnt werden müssen?

Die britische Hydrologin Hannah Cloke kritisiert, dass die Prognosen eines europäischen Warnsystems für Hochwasser offenbar vielerorts nicht beachtet wurden, obwohl Experten vier Tage im Voraus das aktuelle Unheil in den Flutgebieten kommen sahen.

Im Gespräch mit meinen Kollegen Martin Knobbe und Jonas Schaible wirft auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock der Bundesregierung Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz vor und fordert, künftig mehr Kompetenzen beim Bund zu bündeln. »Deutschland hatte das große Glück, über Jahrzehnte relativ wenige Naturkatastrophen erleben zu müssen«, sagt Baerbock. Das habe aber auch dazu geführt, »dass Katastrophenschutzmaßnahmen nicht ausreichend ausgebaut wurden – obwohl Experten seit Jahren vor klimabedingten Extremwettereignissen warnen.«

Seehofer (CSU) will nicht an der föderalen Struktur des Katastrophenschutzes rütteln. »Zentralismus verbessert hier gar nichts«, sagte er bei seinem Besuch bei Helfern des Technischen Hilfswerks vor Ort.

2. Passau reagiert gelassen auf steigende Pegelstände

Zerstörerische Sturzfluten wie in Rheinland-Pfalz oder…