Baerbock über das Baerbook

Es scheint in diesen Tagen zwei Versionen von Deutschland zu geben. Wer in Berlin lebt, der erlebt das sonnige, sommerliche Deutschland, wo die größte Sorge ist, ob das Lieblingslokal noch einen Tisch für vier hat oder wie die Coronalage im geplanten Urlaubsland aussieht. Und dann gibt es das andere Deutschland, in dem Menschen binnen Minuten alles verloren haben, ihre Häuser, ihre Betriebe und wohl mehr als 180 Menschen sogar ihr Leben.

Es ist surreal, in dem sonnigen, sorgenfreien Deutschland zu leben und dann die Bilder aus diesem anderen Deutschland zu sehen. Bilder, die man sonst kennt aus anderen Teilen der Welt, in denen ein Taifun, ein Erdbeben oder ein Tsunami gewütet haben. Oder wie Angela Merkel sagte: »Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist.« Nach der Kanzlerin und Finanzminister Olaf Scholz reist heute auch Innenminister Horst Seehofer in die Flutgebiete.

In zehn Wochen ist Bundestagswahl, und ob man nun im sonnigen oder im überfluteten Deutschland lebt, in dem heilen oder dem zerstörten Teil – viele Leute dürften ihre Wahlentscheidung auch danach ausrichten, welche Partei die besten Antworten darauf hat, was die Ursachen dieser Katastrophe waren, und wie solche Ereignisse künftig verhindert werden sollten.

Und dabei geht es weniger um die Frage, ob die extremen Wetterereignisse mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun haben – diese Frage bestreitet wohl nur noch die AfD. »Also ich sehe zunächst mal eine Unwetter-Wetterlage, wie man sie im Sommer manchmal hat. Die ist dieses Mal besonders krass ausgefallen«, sagte AfD-Chef Jörg Meuthen soeben im ZDF-Sommerinterview. »Inwieweit Klimawandel-Phänomene diese Geschichte nun verstärkt haben, das wissen wir nicht.« Ob Meuthen mit »wir« nur seine eigene Partei meint? Vielleicht wissen AfD-Leute wirklich nicht, wie der Klimawandel sich auf das Wetter auswirkt?

Aber die Frage dieser Woche dürfte eher sein, wie der…