Meinung

Kolumne: Hier spricht der Boomer
Ob Corona oder Klima-Katastrophen: Deutschland muss raus aus dem Panik-Modus

Nach der Flutkatastrophe stellt CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet einen Zusammenhang zwischen Klimafrage und dem Hochwasser her. Statt in den Panik-Modus zu verfallen, sollte man kühlen Kopf bewahren, meint Kolumnist Frank Schmiechen.

© Marius Becker / DPA

Die Pandemie macht Sommerpause, dafür übernimmt jetzt das Klima. Die Mechanismen gleichen sich. Statt kühl über Lösungen nachzudenken, um künftige Flutkatastrophen zu vermeiden, verlieren wir uns in ideologischen Grabenkämpfen und Wahlkampfgetöse, meint unser Autor.

Von Frank Schmiechen

Aus Virologen werden Meteorologen. So schnell geht das. Eine Flutkatastrophe, die gerade den Westen Deutschlands erschüttert, macht es möglich. Plötzlich doziert Karl Lauterbach nicht mehr über die nächste „Welle“ und die nächste Virus-Variante, sondern über das Klima. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet springt in seine Gummistiefel mit einem unpassenden Lächeln vor die gut ausgeleuchtete Katastrophenszenerie.

Die Mechanismen sind dabei seltsam vertraut. Lauterbach, Corona-Kreischbombe oder -Mahner, je nach persönlicher Vorliebe, hat neue Horrorvisionen parat. Nachdem er uns in Sachen Pandemie erzählen wollte, dass eine ganze Elterngeneration in ihren Vierzigern auf den Intensivstationen sterbe, darf er jetzt im Fernsehen behaupten, dass Kalifornien in Zukunft unbewohnbar sein werde.

Schnell in den Panik-Modus: Nichts aus der Pandemie gelernt?

Laschet stellt mal eben einen direkten Zusammenhang zwischen der Klimafrage und der katastrophalen Regenflut her. Er wolle ganz schnell Kraftwerke schließen, versichert er treuherzig. Als ob das in der jetzigen Situation irgendjemand helfen könnte. Deutschland blickt fassungslos auf die Opfer der Flut – Laschet macht Wahlkampf.