Umstrittener Schritt
„Tag der Freiheit“ oder Spiel mit Menschenleben? In Großbritannien enden die Corona-Beschränkungen

Just zum „Tag der Freiheit“, an dem im Vereinigten Königreich fast alle Corona-Maßnahmen enden, müssen Premier Boris Johnson (li.) und Finantminister Rishi Sunak, in Quarantäne.

© Jonathan Brady / DPA

In Großbritannien fallen an diesem Montag fast alle Corona-Beschränkungen. Während Boris Johnson auf die Impft-Wirkung setzt, halten viele Experten den „Tag der Freiheit“ für ein Spiel mit Menschenleben. 

Für Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist es der „Tag der Freiheit“, aus Sicht von Wissenschaftlern ein fataler Öffnungsschritt inmitten der Corona-Pandemie: In England fallen ab diesem Montag fast alle Corona-Beschränkungen weg, darunter auch Maskenpflicht und Abstandsregeln. Experten befürchten eine erneute große Corona-Welle – bereits jetzt steigen in ganz Großbritannien die Fallzahlen. Am Samstag war eine Corona-Infektion von Gesundheitsminister Sajid Javid bekannt geworden, auch Johnson befindet sich in Quarantäne. 

Für die meisten Engländer bedeutet der Montag die Rückkehr in die Normalität: Diskotheken dürfen wieder öffnen, Theater und Sportstadien alle Plätze besetzen. Im Nahverkehr und Geschäften fällt die Maskenpflicht weg – außer in London, wo Bürgermeister Sadiq Khan von der Labour-Partei einen strikteren Corona-Kurs beibehalten will als die Zentralregierung. 

Boris Johnson hofft auf die Verantwortung des Einzelnen

Johnson begründet den umstrittenen Öffnungsschritt mit der hohen Impfquote in Großbritannien. Statt auf behördlich angeordnete Gebote will er künftig auf die „Verantwortung des Einzelnen“ setzen. 

Die Entwicklung in England, wo die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus grassiert, dürfte im Ausland genau beobachtet werden. Bereits jetzt gibt…