„Energy Harvesting“
Geräte im Schlaf laden: Biobrennstoffzelle gewinnt Energie aus Fingerschweiß

Der tragbare Sensor speichert Energie aus dem Schweiß der Fingerspitzen 

© University of California San Diego

von Julian Schmelmer
19.07.2021, 16:25 Uhr

Einem Forschungsteam aus Kalifornien ist es gelungen Energie aus schwitzigen Fingerspitzen zu gewinnen. Durch eine Biobrennstoffzellen kann ohne weitere Anstrengung genug Elektrizität erzeugt werden, um kleine Geräte aufzuladen. 

Hitzewellen und Schweißattacken beim Schlafen machen vielen Menschen in den Sommermonaten zu schaffen. Dabei könnte die Schweißproduktion zukünftig besonders nützlich sein. Forscher:innen der University of California in San Diego ist es nun gelungen, ein Gerät zu entwickeln, welches durch Schweiß an den Fingerspitzen Energie erzeugt. So ist es möglich beim Arbeiten am Computer, beim Sport und selbst beim Schlafen Energie zu gewinnen.

Die Gewinnung von Energie aus der unmittelbaren natürlichen Umgebung wird als „Energy Harvesting“ bezeichnet. Statt möglichst viel Energie aus einem großen Maß an Bewegung zu erzeugen, verfolgten Joseph Wang und sein Forschungsteam das Ziel einer „Energie aus dem Nichstun“. Die Wissenschaftler:innen machten sich die Erkenntnisse aus vorheriger schweißbasierter Forschung zu nutzen und entwickelten einen pflasterähnlichen Sensor, welcher mit einer Biobrennstoffzelle elektrischen Strom aus dem Schweiß gewinnt. Zusätzlich kann das Gerät Elektrizität aus mechanischem Druck schöpfen.

Fingerkuppen können große Mengen Schweiß erzeugen

An den Fingerkuppen liegen die Schweißdrüsen besonders eng beieinander, wodurch auf relativ wenig Platz möglichst viel Energie produziert werden kann. Der Schweiß steigt durch einen Schaum aus Kohlenstoffnanoröhren auf. Dieser Schaum bildet die Elektrode und wird durch die Zugabe des Enzyms…