Die USA werfen China offiziell vor, hinter weltweiten Hackerangriffen zu stehen. Die Vereinigten Staaten würden bei dieser Einschätzung von der Europäischen Union, der NATO, Großbritannien, Japan, Kanada, Australien und Neuseeland unterstützt, heißt es in einem Papier des Weißen Hauses. Präsident Joe Biden erklärte, er gehe nicht davon aus, dass die Hacker-Kampagne von der chinesischen Regierung selbst ausgehe. Jedoch schütze diese die Verantwortlichen und unterstütze sie vielleicht. Die Ermittlungen liefen weiter, und er erwarte an diesem Dienstag einen ausführlichen Bericht dazu.

Außenminister Antony Blinken kündigte „Konsequenzen“ an, ohne Einzelheiten zu nennen. Gemeinsam mit den Verbündeten mache man die Volksrepublik verantwortlich „für ihr verantwortungsloses, störendes und destabilisierendes Verhalten im Cyberspace“, das „eine große Gefahr für unsere Wirtschaft und die nationale Sicherheit“ darstelle. Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) setze auch kriminelle Hacker für Cyberattacken ein.

Diebstahl von geistigem Eigentum und Krypto-Geld

Pekings Aktivitäten seien nicht mit dem eigenen Anspruch zu vereinbaren, in der Welt als verantwortungsbewusste Führungsmacht gesehen zu werden, heißt es in der Erklärung des Präsidialamts. In einigen Fällen hätten die mit der Regierung verbundenen Täter auch sogenannte Ransomware-Angriffe gegen Unternehmen durchgeführt, um hohe Geldsummen zu erpressen. Der Diebstahl von geistigem Eigentum gehöre ebenfalls zum Repertoire. Die Schäden betrügen mehrere Milliarden US-Dollar.

US-Außenminister Antony Blinken (2. v. r.) im März in Alaska mit chinesischen Regierungsvertretern

Das US-Justizministerium kündigte eine Anklage gegen vier MSS-Hacker an. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, jahrelang geistiges Eigentum in den Bereichen Verteidigung, Luftfahrt und Medikamentenentwicklung in ihren Besitz gebracht zu haben. Dieser strafrechtliche Vorgang zeige erneut, dass China stehle, was andere…