Krisen gelten zwar gemeinhin als Stunde der Exekutive, auf Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet scheint dies allerdings gegenwärtig nicht zuzutreffen. Der Kanzlerkandidat der Unionsparteien, dessen Bundesland wie auch das benachbarte Rheinland-Pfalz von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht worden sind, wird von rund 60 Prozent Deutschen nicht als guter Krisenmanager eingeschätzt.

Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL hervor. Nur 26 Prozent attestierten dem 60-Jährigen Krisenkompetenz im Falle von Naturkatastrophen.

Laschet war am Wochenende wegen eines Lachers im Katastrophengebiet in die Kritik geraten. Welche Rolle der Vorfall bei der Bewertung seiner Kompetenzen als Krisenmanager hatte, lässt sich jedoch nicht genau sagen. Laschet hat sich mittlerweile entschuldigt.

Während Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in der SPIEGEL-Umfrage vergleichbar schlecht bewertet wird wie Laschet, kann SPD-Kandidat Olaf Scholz als potenzieller Krisenmanager punkten: 41 Prozent attestieren ihm entsprechende Fähigkeiten.

Mit Scholz‘ SPD hingegen verbinden die Befragten nicht das beste Krisenmanagement. Nur etwa jeder Fünfte hält die Sozialdemokraten für jene Partei, der sie am ehesten eine gute Führung im Falle einer Naturkatastrophe zutrauen. Bei den Grünen sind es immerhin noch gut 17 Prozent.

CDU und CSU schneiden in diesem Punkt mit Abstand am besten ab: 36 Prozent der Befragten trauen der Union am ehesten zu, im Falle einer Naturkatastrophe für ein gutes Krisenmanagement zu sorgen. Weit abgeschlagen sind in diesem Ranking die FDP mit gut vier Prozent, die AfD mit sechs Prozent sowie die Linke mit zwei Prozent.