In den sozialen Netzwerken sorgen Videos für Empörung, die zeigen, wie Unionskanzlerkandidat Armin Laschet sich feixend und lachend unterhält, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen der Flutkatastrophe sein Beileid ausspricht und Hilfe verspricht.

»Wir trauern mit denen, die ihre Familien, Bekannten, Familienangehörige verloren haben. Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz«, sagt Steinmeier. Es sei gut, dass Länder und Bund frühzeitig signalisiert hätten, den Flutopfern zu helfen. Er danke auch den Rettungskräften, die »bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet haben«.

Laschet steht währenddessen im Hintergrund, am Eingangstor einer Feuerwache und unterhält sich. Als Steinmeier über die Hilfe für die Opfer spricht, fängt er kurz an zu lachen.

Die Videos, die nun vor allem auf Twitter empört geteilt werden, zeigen einen kleinen Ausschnitt der Pressekonferenz. Laschet steht lange mit ernster Miene im Hintergrund, sein Lachen dauert nur rund 20 Sekunden, später verschwindet er aus dem Bild. Hier können Sie sich die gesamte Pressekonferenz anschauen:

Die SPD kritisierte Laschet umgehend. »Ich bin wirklich sprachlos«, schrieb Generalsekretär Lars Klingbeil auf Twitter. SPD-Vizechef Kevin Kühnert twitterte: »Eine Frage des Charakters.«

Laschet entschuldigte sich am Samstagabend für sein Verhalten. Er bedaure den Eindruck, dieser sei durch eine »Gesprächssituation« entstanden. »Dies war unpassend und es tut mir leid.«

Erftstadt unterspült

Das nordrhein-westfälische Erftstadt stand extrem unter Wasser, am Donnerstag hatten Wassermassen Teile des Ortes unterspült, Häuser und eine halbe Burg weggerissen. Auch am Samstag war die Lage noch dramatisch, noch immer werden Menschen vermisst, eine Abbruchkante drohte weitere Teile des Ortes zu verschlucken.

Laschet und Steinmeier hatten sich dort mit Rettungskräften der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen getroffen und anschließend eine Pressekonferenz gegeben. Laut…