In eine riesige Galerie soll sich die Toskana in den kommenden Jahren verwandeln. Bis zu 100 Orte der pittoresken italienischen Region sollen zukünftig Kunstwerke aus den Sammlungen der Uffizien ausstellen. Die Uffizien – von der einflussreichen Familie der Medici zur Unterbringung von Ministerien und Ämtern errichtet – liegen in Florenz, dem kulturellem Zentrum der Toskana. Hier befindet sich seit dem 16. Jahrhundert auch die Kunstsammlung Galleria degli Uffizi. Heute steht die Galerie an der Spitze der meistbesuchtesten Museen Italiens und ist ein wahrer Touristenmagnet, von dem nun auch die ländliche Region rund um Florenz profitieren soll. Das ist das Ziel des Projektes „Uffizi Diffusi“, zu deutsch: „Verstreute Uffizien“.

Kunstwerke bringen Geist Napoleons zurück nach Elba

Eine der ersten Stationen: die Insel Elba, die westlich vom italienischen Festland liegt. Hierhin wurde der französische Kaiser Napoleon Bonaparte nach seinen militärischen Niederlagen in Moskau und Leipzig von den Koalitionstruppen England, Preußen, Russland und Österreich ins Exil verbannt. 200 Jahre nach Napoleons Tod im Jahr 1821 soll der Mythos um das umstrittene militärische Genie wieder aufleben. 

Die goldene Krone setzte er sich selbst auf: Napoleon Bonaparte

In der Stadt Portoferraio werden bis Oktober eine Auswahl von Werken über Napoleon aus den Uffizien sowie Gemälde aus lokalen Sammlungen gezeigt. „Mit dieser Ausstellung auf der Insel Elba hoffen wir, den Geist und die Geschichte Napoleons auf die Insel, auf der er lebte, zurückzubringen“, sagt Eike Schmidt, Museumsdirektor der Uffizien in Florenz, gegenüber der DW.

„Wir möchten die großen Meisterwerke der Uffizien im richtigen Kontext zeigen, wo sie viel mehr an Bedeutung gewinnen, als wenn man sie isoliert in Florenz zeigt“, so Schmidt. Für die Insel ist die Zusammenarbeit mit den Uffizien auch eine Möglichkeit, den Pandemie-bedingt brachliegenden Tourismus anzukurbeln. 

Lösung gegen Massentourismus in…