Die letzte Etappe von Chatou nach Paris brachte in der Gesamtwertung natürlich keine Überraschungen mehr. Wie im Vorjahr konnte der Slowene Tadej Pogacar den Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt feiern, traditionell wurde der Führende am letzten Tag der Tour nicht mehr angegriffen. Interessant war vor allem, wer sich beim Sprint auf der Avenue des Champs-Èlysee durchsetzen würde. Der Brite Mark Cavendish gab das grüne Trikot des besten Sprinters nicht mehr ab. Doch die letzte Etappe ging, wie schon am Vortag beim Zeitfahren, an den Belgier Wout Van Aert. Cavendish kam im Schluss-Spurt nicht mehr vorbei. 

Am Ende setzte sich der Belgier Wout van Aert als Schnellster aus dem Feld ab

Der junge Slowene Pogacar gewann neben dem Gelben Trikot des Siegers auch das Weiße (Bester Jungprofi) und das Gepunktete Jersey für den besten Bergfahrer.

Doch vom Beginn einer „Pogacar-Ära“ wollte der neue Dominator des Radsports nichts wissen. Das wäre „dumm“, bekräftigte Tadej Pogacar, nachdem er seine Konkurrenten zuletzt in den Pyrenäen mit einer fast schon erschreckenden Leichtigkeit erneut düpiert hatte. Wer bei dem 22 Jahre alten Ausnahmetalent auf dem Weg zum erneuten Tour-Sieg Anzeichen von Erschöpfung finden wollte, suchte vergebens.

„Seit ich in die Tour gestartet bin, ist es ein Spiel für mich. Ich genieße es, zu spielen“, sagte der Titelverteidiger im Verlauf der letzten Tour-Woche und grinste. Das Wunderkind, das mit seiner Explosivität und Abgezocktheit an frühere Dominatoren wie den überführten Dopingsünder Lance Armstrong erinnert, fuhr bei der 108. Frankreich-Rundfahrt in einer ganz eigenen Liga.

Verwundert über Dominanz

Auch seine Konkurrenten dachten, was der Sieger selbst sagte: „Ich lebe in einer anderen Welt gerade. Ich lebe ein Leben, das ich mir nicht erträumen konnte.“ Vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren am Samstag lagen 5:45 Minuten zwischen Pogacar und seinem ärgsten Verfolger Jonas Vingegaard. Beobachter wundern sich über diese…