Fast 60 Jahre hat niemand den Rekord geknackt: Als der sowjetische Kosmonaut German Titow am 6. August 1961 als zweiter Mensch überhaupt in die Erdumlaufbahn abhob, war er nur 25 Jahre und 11 Monate alt. Nie wieder ist seitdem jemand ins All gestartet, der so jung war. Am Dienstag dürfte sich das nun ändern. Dann will Amazon-Gründer Jeff Bezos in der Nähe des Ortes Van Horn im US-Bundesstaat Texas die Triebwerke seines Raumschiffs »New Shepard« zu einem Suborbitalflug in 100 Kilometer Höhe zünden. Und zu den Menschen, die ihn dann begleiten, zählt ein Niederländer, der noch einmal deutlich jünger ist als Titow zum Zeitpunkt seines Flugs: Oliver Daemen kommt gerade einmal auf 18 Jahre.

»Das ist so unfassbar cool! Der Flug in den Weltraum und zurück dauert nur zehn Minuten, aber ich weiß jetzt schon, dass das die außergewöhnlichsten zehn Minuten meines Lebens sein werden«, wird Daemen in einer Pressemitteilung zitiert.

Und weil mit der Fluglehrerin Mary Wallace Funk, 82, auch die älteste Person an Bord sein wird, die bisher ins All geflogen ist, wird die kurze Reise gleich in doppelter Hinsicht die Rekord-Tabellen neu schreiben. Der bisher älteste Mensch im Weltraum war der US-Astronaut und Politiker John Glenn, der 1998 im Alter von 77 Jahren im Space Shuttle flog (lesen Sie hier einen SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1998, in dem Junior-Rekordhalter Titow über Senior-Rekordhalter Glenn spricht).

Dass Funk, die als junge Frau einst selbst gern ins All geflogen wäre und wohl auch die medizinischen Voraussetzungen dafür mitbrachte, beim historischen Bezos-Flug dabei sein würde, ist seit einiger Zeit bekannt. Als Pilotin und Ausbilderin hat sie es nach eigenen Aussagen auf 19.600 Flugstunden und 3000 trainierte Schüler gebracht.

Der Start von Daemen, dessen Vater als Chef der Beteiligungsgesellschaft Somerset Capital Partners sein Geld verdient hat, ist dagegen gerade erst bekannt geworden.

Terminschwierigkeiten beim Flug ins All

Eigentlich sollte nämlich ein…