Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Deutschland „surreal, gespenstisch“ genannt. Nach einem Besuch im Eifeldorf Schuld sagte Merkel am Sonntag im rheinland-pfälzischen Adenau, die deutsche Sprache kenne kaum Worte für diese Verwüstung. „Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen“, sagte die Kanzlerin und kündigte Hilfen des Bundes für die betroffenen Kommunen an. 

„Wir stehen an Ihrer Seite“, versicherte Merkel an die Opfer der Hochwasserkatastrophe gerichtet. Am Mittwoch werde das Kabinett in Berlin ein Programm für schnelle Hilfe verabschieden, kündigte sie an. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat hierfür bereits die Summe von 300 Millionen Euro genannt. Bund und Land würden gemeinsam handeln, „um die Welt Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend“, sagte Merkel.

Eifel-Ort mit 740 Einwohnern
Einwohner kehren nach Schuld zurück – und finden ihr Dorf in Trümmern

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In der Nacht zum Donnerstag sind im Eifel-Ort Schuld laut Polizei Koblenz infolge der Überflutungen vier Häuser komplett und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült worden.

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Angela Merkel: Komme Ende August wieder

Die Kanzlerin versicherte, neben schneller Hilfe werde der Bund auch langfristig Unterstützung leisten. Sie werde Ende August wiederkommen – „damit wir das Langer-Atem-Haben deutlich machen“. 

Die Kanzlerin hatte in Begleitung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das stark zerstörte Schuld besichtigt. Das Dorf liegt in einer Schleife der Ahr. In der Region kamen nach jüngsten Angaben 112 Menschen ums Leben. 

Insgesamt wurden in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im seit Samstagabend ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Oberbayern 159 Menschen getötet. Zahlreiche weitere Personen werden noch vermisst.