Vom Beginn einer „Pogacar-Ära“ wollte der neue Dominator des Radsports nichts wissen. Das wäre „dumm“, bekräftigte Tadej Pogacar, nachdem er seine Konkurrenten zuletzt in den Pyrenäen mit einer fast schon erschreckenden Leichtigkeit erneut düpiert hatte. Wer bei dem 22 Jahre alten Ausnahmetalent auf dem Weg zum erneuten Tour-Sieg Anzeichen von Erschöpfung finden wollte, suchte vergebens.

Zeitfahren gewann Wout Van Aert

Bei der vorletzten Etappe, dem Zeitfahren nach Saint-Emilion, fuhr Pogacar zwar nicht um den Tagessieg mit. Der ging an den an diesem Tag Schnellsten, den Belgier Wout Van Aert (Jumbo-Visma). Bester Deutscher wurde Maximilian Walscheid auf Rang 19. In der Gesamtwertung war der Slowene Pogacar, auch Sieger bei der Frankreich-Rundfahrt in 2020, nicht zu gefährden. 

Sieger beim Zeitfahren: Wout Van Aert

 

„Seit ich in die Tour gestartet bin, ist es ein Spiel für mich. Ich genieße es, zu spielen“, sagte der Titelverteidiger im Verlauf der letzten Tour-Woche und grinste. Das Wunderkind, das mit seiner Explosivität und Abgezocktheit an frühere Dominatoren wie den überführten Dopingsünder Lance Armstrong erinnert, fuhr bei der 108. Frankreich-Rundfahrt in einer ganz eigenen Liga.

Verwundert über Dominanz

Auch seine Konkurrenten dachten, was der Sieger selbst sagte: „Ich lebe in einer anderen Welt gerade. Ich lebe ein Leben, das ich mir nicht erträumen konnte.“ Vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren am Samstag lagen 5:45 Minuten zwischen Pogacar und seinem ärgsten Verfolger Jonas Vingegaard. Beobachter wundern sich über diese Dominanz und verweisen darauf, dass in seiner Mannschaft UAE Team Emirates etwa als Chef Mauro Gianetti arbeitet, der früher im Zuge von Doping-Skandalen auffällig wurde.

Willkommen in Paris

Bei der letzten Etappe am Sonntag mit dem Zieleinlauf auf den Champs-Elysees wird in der Gesamtwertung führende traditionell nicht mehr angegriffen. Unsofern musste Pogacar zuletzt „nur“ noch das Zeitfahren am Samstag überstehen. Ein…