„Wir trauern mit denen, die Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder verloren haben“, sagte Frank-Walter Steinmeier bei einem Besuch in Erftstadt, südwestlich von Köln. In der Stadt mit 50.000 Einwohnern geht das Wasser allmählich zurück – und immer mehr Schäden werden inmitten der Trümmer sichtbar.  Die Bundeswehr hilft mit Bergepanzern beim Aufräumen. Der Bundespräsident sprach dort zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet mit Menschen, die alles verloren haben, und dankte denen, die „bis zur Erschöpfung und jenseits davon“ professionelle Hilfe leisten.

„Bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet“: Der Bundespräsident dankt Helfern „im Namen aller Deutschen“

„Viele haben alles verloren, was sie sich ihr Leben lang aufgebaut haben“, sagte Steinmeier und mahnte: Die Menschen vertrauten darauf, dass die Solidarität auch dann bestehen bleibe, wenn das Thema nicht mehr die Schlagzeilen dominiere. Laschet versprach, das Land Nordrhein-Westfalen werde „alles dafür tun“, um Direkthilfe für die Betroffenen zu organisieren. Es werde „sehr unbürokratisch“ Geld ausgezahlt. Danach sei strukturelle Unterstützung beim Wiederaufbau gefragt. Er sei froh, dass sowohl der Bund als auch die anderen Länder Unterstützung zugesichert hätten, sagte Laschet.

Inzwischen mehr als 130 Tote

Das ganze Ausmaß der Hochwasserkatastrophe ist immer noch nicht überschaubar. Für ganz Nordrhein-Westfalen gehen die Behörden bisher von 43 Toten aus. Im Großraum Ahrweiler im südlich angrenzenden Bundesland Rheinland-Pfalz ist die Opferzahl auf 90 gestiegen. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Tote gefunden würden, teilte die Polizei mit. Insgesamt sind in beiden Bundesländern mehr als 130 Tote zu beklagen.

Erste Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz auf Anfrage…