Statt Hubert Ulrich nun Jeanne Dillschneider: Die Saar-Grünen wollen mit einer neuen Spitze in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Delegierten wählten Dillschneider am Samstag in Saarbrücken auf den ersten Platz der Landesliste. Für die 25-Jährige stimmten 56 Delegierte, bei 27 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Vor vier Wochen war Dillschneider auf einer umstrittenen Versammlung in einer Kampfkandidatur gegen Hubert Ulrich unterlegen. Bis zuletzt war unklar, ob die Grünen im Saarland eine erneute Listenaufstellung durchführen könnten. Die Delegierten einigten sich nun aber auf die Aufhebung der am 20. Juni beschlossenen Liste.

Die Vorgänge um diese Wahl hatten die Landespartei in heftige Turbulenzen gestürzt. Weil sich das Landesschiedsgericht für befangen erklärt hatte, wurden die Anfechtungen an die Bundespartei abgegeben. Das beauftragte Schiedsgericht in Rheinland-Pfalz erklärte die Wahl für ungültig, weil auch nicht stimmberechtigte Parteimitglieder mitgewählt hatten. Zudem sah es einen Verstoß gegen das Frauenstatut der Partei – denn demnach ist der Spitzenplatz eigentlich Frauen vorbehalten.

Ulrich war gleichzeitig vor dem Landgericht mit einem Eilantrag gescheitert. Damit wollte er erreichen, dass die Liste mit ihm an der Spitze bei den Wahlbehörden eingereicht werden müsse. Nach den Niederlagen vor Parteischieds- und Landgericht erklärte er seinen Rückzug und Verzicht auf eine erneute Kandidatur.