CSU-Chef Markus Söder hat den Grünen und deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vorgeworfen, eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. In einer Rede auf dem Bezirksparteitag der Oberbayern-CSU in Unterhaching bei München spielte Söder am Samstag unter anderem auf den Wirbel um Baerbocks Lebenslauf an. »Wer ständig anderen Vorschriften macht, könnte wenigstens seinen eigenen Lebenslauf gut organisieren«, sagte Söder.

Die Menschen beginne die »ständige moralische Besserwisserei« der Grünen zu nerven, sagte der bayerische Ministerpräsident. »Die Grünen laufen mit dermaßen hohen moralischen Bugwellen durchs Land und mit einer selbst ernannten Attitüde moralischer Gerechtigkeit«, sagte er. Er fügte hinzu: »Wer andere ständig belehrt, muss auch selber genau die gleichen Maßstäbe einhalten, und das können die Grünen nicht.«

Baerbock war in den vergangenen Wochen unter anderem wegen Korrekturen an ihrem Lebenslauf und umstrittener Passagen in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch in die Kritik geraten. In bundesweiten Umfragen liegen die Grünen derzeit wieder klar hinter der Union.

Inhaltlich forderte Söder nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands mehr Klimaschutz. »Es wird teuer, wenn wir nichts tun, es beeinträchtigt unser Leben, und es führt auch dazu, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern eine schlechtere Welt übergeben als wir sie bekommen haben«, sagte er. Und betonte: »Die Veränderung der Welt erfordert auch eine Veränderung der Politik.« Die Union wolle allerdings Klimaschutz und Wohlstand zusammen organisieren.

»Natürlich verändert sich das Klima«, sagte Söder. Wer das leugne, der versündige sich an der Zukunft. Deshalb müsse man handeln. »Dem Klima ist es völlig wurscht, ob wir etwas dagegen tun«, fügte er hinzu.

Söder will am kommenden Mittwoch in einer Regierungserklärung Eckpunkte der künftigen bayerischen Klimapolitik vorstellen. Die Grünen und andere werfen ihm seit Langem vor, hier…