„Museum Tinguely Ahoy“ – ein fröhlicher Ausruf ist es, mit dem das Baseler Tinguely Museum in diesem Sommer sein 25. Jubiläum feiert. Dafür wurde ein umgebautes Frachtschiff mit Arbeiten des Schweizer Malers und Bildhauers bestückt. Die „MS Evolutie“ soll ihre Ladung Kunst zu den Menschen bringen – drei Monate lang. Auf ihrer Route klappert sie die wichtigen Wirkungsstätten des Schweizer Kinetikers (1925-1991) ab – von Paris über Antwerpen und Amsterdam durch das Ruhrgebiet rheinaufwärts bis nach Basel.

Ein schwimmendes Museum auf 100 Quadratmetern: In ihrem Schiffsbauch beherbergt die „MS Evolutie“ eine Ausstellung mit Nachbauten kleinerer Arbeiten von Jean Tinguely, darunter Skizzen und Videos.

Jean Tinguelys „Schwimmwasserplastik“ von 1980 steht auf dem Deck der MS Evolutie

Sie zeigen, wie der Meister der kinetischen Skulptur aus Schrott seine fröhliche, augenzwinkernde, konsumkritische Kunst machte. Auch Biografisches ist zu sehen. Und weithin sichtbar thront eine große, rotierende wasserspeiende Skulptur auf dem Schiffsdeck, die „Schwimmwasserplastik“ Tinguelys von 1980.

Kunst in Bewegung 

„Tinguely ging selber mit seiner Kunst auf die Straße, unser Museum liegt direkt an der Wasserstraße Rhein“, sagt Roland Wetzel, Direktor des Tinguely Museums. Ein Schiff habe die Möglichkeit geboten, ein kleines Museum zu transportieren, mit einer Ausstellung und einem Vermittlungsprogramm. „Deshalb“, so Wetzel im Sender SWR, „lag die Idee nahe.“

Der Künstler Jean Tinguely 1959 beim Löten an einer Skulptur

Schon Paris, der Startpunkt der nautischen Kunstreise, stellte einst die Weichen für die Karriere Jean Tinguelys. Als sich der damals 28-jährige gelernte Schaufensterdekorateur 1953 in das Zentrum der europäischen Nachkriegskunst aufmachte, knüpfte er Kontakte zu Künstlern, Galeristen und Ausstellungsmachern. Entscheidende Begegnungen fanden statt – mit seinem Künstlerfreund Yves Klein etwa, mit dem gut vernetzten Kurator Pontus Hultén, der sich…