Dale Warren, Austernsammler:
»Wir wussten, dass die Hitze schlimm sein würde, aber das hier zu sehen, haben wir nicht erwartet.«

Dale Warren ist Austernsammler an der kanadischen Westküste und er ist schockiert.

Nach der Hitzewelle im Westen Kanadas Ende Juni wird für sie nun das Ausmaß sichtbar: Die extreme Hitze soll knapp eine Milliarde Meerestiere getötet haben, so die Einschätzung von Meeresbiologen. Es ist Ebbe und Dale Warren erstreckt sich ein Meer aus faulenden Muscheln, Schnecken und Krabben:

Dale Warren, Austernsammler:
»So hat es hier noch nie gerochen, niemals zuvor.«

Messungen haben ergeben, dass sich das felsige Ufer auf bis zu 50 Grad Celsius aufgeheizt hat. Temperaturen, bei denen Schalen- und Krustentiere keine Chance haben, sie wurden schlicht zu Tode erhitzt.

Dale Warren, Austernsammler:
»Diese hier sind einfach tot«

Joe Tarnowski, Muschelsammler:
»Im Grunde wurden die Austern, Venus- und Miesmuscheln gekocht. Die meisten Muscheln hier sind alle weg.«

Auch Joe Tarnowski lebt vom Geschäft mit den Meerestieren, sein Vater gründete vor 65 Jahren das Familienunternehmen. Die Küste sei immer schon bekannt für ihr kühles und frisches Wasser gewesen, so Tarnowski. Perfekte Bedingungen für Meerestiere wie Austern. Doch die letzten zehn Jahre stieg die Wassertemperatur immer weiter, wodurch die Küste für Muscheln und Co. immer lebensfeindlicher werde. Für Tarnowski existenzbedrohend.

Joe Tarnowski, Muschelsammler:
»Ich habe wahrscheinlich zwischen 30 und 40 Prozent meiner Austern verloren, und meine Venusmuscheln sind noch ein bisschen höher. Sie mochten die Hitze nicht.«

Auch die Wasserqualität leidet unter dem Muschelsterben: Algen und Muscheln reinigen das Meer, so kann eine einzige Auster über 200L Wasser pro Tag filtrieren.

Wissenschaftler sind sich einig: Ohne den Klimawandel wären derartige Temperaturen an der Westküste Kanadas nicht möglich, die Forscher vor Ort sprechen von einer »Jahrtausendhitze« im Nordpazifik. Doch sie schätzen: Ab 2040…