»Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten«, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mit Blick auf die Inzidenz in Deutschland schreibt die Forschungsgruppe weiter: »Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen und sich im Oktober dann noch mal verstärken.«

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hoher relativer Zunahmen als »beunruhigend«. Die Infektionslage würde sich rapide verschlechtern, wenn die Schulen nach den Sommerferien ohne Schutzmaßnahmen öffnen und im Herbst weniger Aktivitäten im Freien möglich seien.

Das Modell ergebe »unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird«, heißt es in der Analyse. Eine Infektionswelle bei den Erwachsenen wiederum führe auch zu Infektionen unter den Schülern.

Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Alternativ helfe nur eine Impfquote von 95 Prozent. Aktuell liegt die Impfquote laut Robert Koch-Institut nur in zwei Bundesländern bei über 50 Prozent, in Bremen und im Saarland.

Lüftungssysteme und Schnelltests helfen den Schulen

Die Simulationen zu Schulen zeigen laut dem Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit typisch seien, halten die Wissenschaftler ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei Weitem nicht für ausreichend.

Würden die Schulen nach den Sommerferien ohne Schutzmaßnahmen geöffnet, ergäbe…