In den Katastrophengebieten in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen stehen die Aufräumarbeiten, zwei Tage nachdem gewaltige Wassermassen sich mit verheerender Macht ihren Weg durch die Ortschaften gebahnt haben, noch am Anfang.

Die Gefahr ist nach der Hochwasserkatastrophe im Westen der Bundesrepublik noch nicht vorbei, auch wenn das Wasser zurückgeht. Bis zum Freitagabend wurden insgesamt 106 Todesopfer gezählt – in Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 63 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen 43. In beiden Bundesländern wurden zudem noch viele Menschen vermisst, ihre genaue Zahl war weiterhin unklar. In der Nacht und am Samstag sollten die Such- und Rettungsarbeiten weitergehen.

Die Uferstraße von Bad Neuenahr, ein Trümmerfeld, rechts die Ahr, die sich wieder in ihr Flussbett zurückgezogen hat

Straßen sind zerstört

Da das Mobilfunknetz und die Telefonleitungen vielerorts noch immer ausgefallen sind, gibt es nur bedingt eine Möglichkeit der telefonischen Kontaktnachverfolgung. Die Infrastruktur in den betroffenen Gebieten ist schwer beschädigt, so dass die Helfer nicht überallhin durchkommen. Viele Straßen, Brücken und Bahnstrecken sind zerstört oder nicht passierbar.

Einige Orte bleiben weiterhin evakuiert. Dramatisch ist die Lage im nordrhein-westfälischen Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln: Dort kam es zu gewaltigen Erdrutschen, es bildeten sich Krater im Erdreich. Nach Stand Freitagabend stürzten drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg ein. In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe.

Leichte Entspannung an der Steinbachtalsperre

Der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Steinbachtalsperre im Süden von Nordrhein-Westfalen konnte freigelegt werden. Über diese Öffnung könne Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken, teilte der Kreis Euskirchen mit. Zudem seien keine kritischen Risse an dem Bauwerk…