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Experte: Hohe Gewinne bei Autobauern durch Sparmaßnahmen

An einer Karosserie schweißen Arbeiter im Karosseriebau des Mercedes-Benz-Werks im Industriepark Yesipovo bei Moskau. Foto: Sergei Bobylev/TASS/dpa

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Im Sog der ersten Corona-Welle Mitte 2020 schien die deutsche Autoindustrie am Boden, doch nur ein knappes Jahr später vermelden VW und Daimler schon wieder üppigste Gewinne. Wie passt das zusammen?

Die deutschen Autobauer haben ihre jüngst vermeldeten Milliarden-Gewinne nach Expertensicht zentral auch den in der Corona-Krise aufgelegten Sparmaßnahmen beim Personal zu verdanken.

Im Vorjahr hätten die meisten Unternehmen mit einem Personalabbau oder strikten Einstellungsstopps auf den zeitweisen Nachfrageeinbruch im Autosektor reagiert, sagte Branchenexperte Stefan Reindl der Deutschen Presse-Agentur.

«Fast alle Konzerne haben damals Sparmodelle umgesetzt, die auch relativ schnell wirksam geworden sind», sagt Reindl, der das Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen leitet. Die Effektivität dieser Maßnahmen sehe man jetzt in einer Phase, in der der Markt wieder deutlich anziehe: Obwohl die Branche zurzeit mit einem Halbleiterengpass zu kämpfen habe, seien die Gewinne etwa von VW und Daimler überraschend hoch ausgefallen.

Volkswagen hatte zuletzt einen üppigen Betriebsgewinn von rund 11 Milliarden Euro für das erste Halbjahr vermeldet, Daimler hatte mit einem operativen Überschuss von 5,2 Milliarden Euro allein im zweiten Quartal zwischen April und Juni über den Markterwartungen gelegen. Daten zu den Nettogewinnen sollen noch veröffentlicht werden.

Reindl sagte, die Autobauer hätten die Corona-Krise gezielt genutzt, um ohnehin geplante Umbauten angesichts der Transformation von Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität schneller als eigentlich geplant durchzuziehen. Das sei in der…