Mächtige Säulen tragen das ausladende Holzschindeldach des Pfahlbaus, in dem die Ernte des Dorfes lagert. Zwei Frauen sitzen mit ihren Kindern in einem Lumbung: einem Reisspeicher, wie es sie überall im ländlichen Indonesien gab und bisweilen auch noch gibt. Ein traditionell sozialer Ort, den die Macher der nächsten Kunst-Documenta in Kassel zum Sinnbild für die globale Vernetzung unserer Tage kürten. Ursula Schulz-Dornburg hat den Lumbung schon vor 40 Jahren auf die Platte gebannt. Und nicht nur ihn.

Die Düsseldorfer Fotografin ist viel herumgekommen. Ihre Aufnahmen, von denen das Aedes Architekturforum jetzt eine Auswahl zeigt, sind eine Mischung aus Reportage- und Dokumentarfotografie ihrer Reisen rund um die Welt.

Keine Unbekannte

Ursula Schulz-Dornburg hat ein umfangreiches fotografisches Werk geschaffen

Manches war schon anderswo ausgestellt, im Frankfurter Städel etwa oder im Kölner Museum Ludwig. Und Ursula Schulz-Dornburg hat viele Fotobücher veröffentlicht. Die Feuilletons hatten Grund, sie zu feiern. In der Szene ist die mittlerweile 83-Jährige keine Unbekannte.

Die fotografische Ausbeute ihrer Reisen hat Ursula Schulz-Dornburg nun in fünf Werkgruppen sortiert. Was alle Bilder gemeinsam haben: Sie handeln von Orten, die es heute nicht mehr gibt.

Da sind etwa die Marschlandschaften am Unterlauf des Tigris, die Ursula Schulz-Dornburg im Jahr 1980 fotografiert hat, bevor sie den Staudammbauten in der Türkei wie im Irak zum Opfer fielen. Fotos zeigen die Felsenhöhlen syrischer Mönche an der georgisch-aserbaidschanischen Grenze oder dokumentieren unbekannte Landstriche im Jemen. Und nicht zu vergessen: Schulz-Dornburgs Momentaufnahmen aus Indonesien.

Die Ausstellung ist vom 17. Juli bis zum 9. September im Aedes Architecture Forum in Berlin zu sehen.