Proteste in Südafrika
Traurige Bilanz nach Unruhen: 212 Tote, Lebensmittel werden knapp und ein Schaden in Millionenhöhe

Vor einem Einkaufszentrum in Durban kommt es zu Plünderungen, mindestens 200 Menschen werden festgenommen

© Andre Swart / DPA

Seit Tagen wird Südafrika von Protesten und Plünderungen erschüttert. Nun mobilisiert die Regierung 25.000 weitere Soldaten, um Jagd auf die Plünderer zu machen. Dinge des Alltags wie Benzin. Medikamente und Lebensmittel werden knapp.

Mit einem der größten Militäreinsätze seit Bestehen seiner jungen Demokratie will Südafrika die seit Tagen andauernde Gewalt in Teilen des Landes eindämmen. Bei den Plünderungen und Ausschreitungen sind nach Regierungsangaben 212 Menschen ums Leben gekommen – viele weitere wurden verletzt. Die Zahl der Todesopfer könne noch weiter steigen, gab die Ministerin im Präsidialamt, Khumbuzo Ntshaveni, am Freitag bekannt.

Trotz vereinzelter weiterer Übergriffe vor allem in der Küstenprovinz Kwazulu-Natal sei die Lage nun vom Militär weitgehend unter Kontrolle gebracht, so dass wichtige Verkehrsachsen wieder geöffnet würden. „Die Lage in den beiden Provinzen kehrt graduell, aber sicher zurück zur Normalität“, sagte Ntshaveni. Insgesamt habe es bisher mehr als 2500 Festnahmen gegeben. Präsident Cyril Ramaphosa hatte zusätzlich zu den bereits stationierten 5000 Militärs die Mobilisierung weiterer 25.000 Soldaten gebilligt. 10.000 seien am Donnerstag bereits stationiert worden, so Ministerin Ntshaveni.

Protest-Auslöser war die Inhaftierung von Ex-Präsident Zuma

Auslöser der Proteste war die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma. Der aus der Provinz Kwazulu-Natal an der Ostküste stammende Zuma musste vor einer Woche eine 15 Monate lange Haftstrafe wegen Missachtung der Justiz antreten. Schnell entwickelten sich die Proteste zu großflächigen Ausschreitungen.