1. Nach Olaf Scholz und Armin Laschet reist heute auch Annalena Baerbock ins Katastrophengebiet – der deutsche Wahlkampf wird mit Wucht neu sortiert

Einigermaßen mühsam kommen in den von Überschwemmungen und Hauseinstürzen heimgesuchten Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die Aufräumarbeiten in Gang, selbst die Bundeswehr ist im Helfereinsatz – und auch die wichtigsten Akteure der deutschen Politik scheinen sich neu zu besinnen, wie sie ihr Handwerkszeug am besten einsetzen. Nach Armin Laschet und Olaf Scholz, die schon gestern da waren, besucht auch die Grünenpolitikerin Annalena Baerbock den von Unwettern am meisten betroffenen Westen Deutschlands. Die Kanzlerkandidatin kehrt vorzeitig aus ihrem Urlaub zurück, »um sich über die Lage zu informieren und sich ein Bild zu machen«, wie eine Sprecherin verkündete.

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Verwüstung in Walporzheim

Foto: David Klammer

Tatsächlich dürfte die Wetterkatastrophe der letzten Tage den deutschen Wahlkampf gründlich verändern, wie ein Team von SPIEGEL-Kolleginnen und -Kollegen in einer umfassenden Analyse schreibt. »Wer nach den Bildern des überfluteten Ahrtals, nach Dutzenden Toten, Vermissten, zerstörten Existenzen, nach den Bildern aus einem deutschen Katastrophengebiet weiter über Buchkapitel und Lebensläufe diskutieren will, wird sich fragen lassen müssen, ob er oder sie noch bei Trost ist«, heißt es in der Geschichte des Teams. »Der Wahlkampf wird mit einer Wucht neu sortiert, wie sie nur Naturgewalten erzeugen können.«

Die meist jungen Aktivistinnen und Aktivisten von »Fridays for Future« haben heute Klimastreiks in mehr als 40 Orten angekündigt, aber auch unter den Mächtigen der deutschen Politik dürfte die Klimapolitik zu einem zentralen Streitthema werden. »Es wird in den nächsten Tagen wieder viele Beteuerungen geben, dies sei kein Thema für den Wahlkampf, aber natürlich ist es das«, heißt es in der Analyse der Kolleginnen und Kollegen….